Die Heilige Agatha wurde als Schutzpatronin unserer Gemeinde gewählt.
Ihr zu Ehren wurde eine kleine Grotte errichtet, die auf dem
"Agatha-Platz", unweit der Dorfhalle, am heutigen Kurpark steht.Diese Grotte wurde im Jubiläumsjahr 1983 in Eigenleistung zu Ehren der Hl. Agatha erbaut. In diesem Jahr feierte das ganze Dorf das 650-jährige Bestehen. Damit ging endlich ein Gelöbnis aus den letzten
Kriegstagen 1945 in Erfüllung. Wie aus den Kriegsberichten hervorgeht,
sollte unser Dorf zum letzten großen Kriegsschauplatz werden und es
bestanden Vorstellungen, das Dorf zu evakuieren. Fromme Frauen um
Katharina Trippen [Tante Katharina +]
aus Neiten versammelten sich in den Kartagen zu einer Sturmandacht in
der Kirche, um das größte Unheil von unserem Dorf fern zu halten. Diese
Gebetsstunden wurden bis zum Einmarsch der Amerikaner täglich
wiederholt. Sie gelobten, wenn unser Dorf vor der Zerstörung bewahrt
bliebe, eine Statue zu Ehren der heiligen Agatha, die Kirchenpatronin
ist, zu stiften. | |
| Nach Kriegsende wurde gesammelt und es
kamen 2.000 Reichsmark zusammen. Ein Künstler aus Wiedenbrück sollte
die Figur erstellen. Es scheiterte jedoch am Material, so dass nur ein
Korpus für das Friedhofskreuz angeschafft wurde un der Rest in der
Währungsreform unterging. In den 50-er Jahren wurden dann nochmal 350 DM gesammelt. Frau Anneliese Schmitt aus Elkeringhausen schuf die Figur. Sie fand zu der Zeit nicht die ungeteilte Zustimmung in der Gemeinde, daher wurde sie von einer in die andere Ecke geschoben. Nach dem Abbruch des Sägewerkes Schleimer im Jahre 1978 wurde der Platz zu einer Grünanlage ausgebaut. 1980 wurde die Fronleichnahms-Prozession (Station) von der Dorfhalle auf diesen Platz verlegt. Gleich kam der Gedanke an einer Kapelle zu Ehren der hl. Agatha auf. Er sollte im 650-sten Jahre des Bestehens verwirklicht werden. | |
| Für
die Materialkosten ging Tante Katharina Trippen erneut auf die Fechte.
Rund 150 Arbeitsstunden und 1.000 DM Materialkosten wurden aufgewandt.
Am Sonntag, 26. Juni 1983 erhielt die Grotte im Rahmen der
650-Jahrfeier in einer Eucharistiefeier durch Pastor Winfried
Sternemann die Weihe. Möge uns die Heilige Agatha auf immer vor so unglückseeligen Zeiten wie 1933-1945 bewahren. Soweit hat Gott geholfen. Niedersfeld im Juni 1983 [Verfasst durch Adolf Borgmann, Ortsvorsteher] | |






