Die ehemaligen Königinnen und Könige der Bruderschaft
Niedersfeld, im Juni 2009
Jungschützen feierten ein perfektes Fest Auch ehemalige Majestäten in Festlaune
Die Niedersfelder St. Hubertus Schützen hatten zum Pfingstwochenende an die Vogelstange eingeladen. Am Samstagnachmittag fanden sich dort nicht nur zahlreiche Jungschützen, sondern auch viele Dorfbewohner kamen in den "Stein", um das Treiben zum Jugendschützenfest mitzuerleben. Das Vogelschießen begann nach dem Festumzug, an dem auch wieder eine Abordnung der Winterberger Jungschützen teilnahm. "Das ging ja ruck zuck", stellte Hauptmann Jens Mantel erstaunt fest, als mit dem 89. Schuss der von Sebastian Hoffmann gebaute Vogel von der Stange fiel. Für Niedersfelder Verhältnisse extrem schnell. Doch das brachte der Freude von Christoph Tuss keinen Abbruch. Er jubelte nach seinem Treffer, mit dem er sich gegen zwei weitere Bewerber durchsetzte. Der Trompeter aus den Reihen der Blasmusik Niedersfeld wählte Lena Löffler zur Jungschützenkönigin. Tuss ist, wie sein Vorgänger David Brinkmann, seit diesem Jahr als Offizier im Schützenvorstand und vertritt dort die Interessen der Jungschützen. Bei stimmungsvoller Blasmusik und späterer Discomusik klang das Jungschützenfest im Stein in gemeinsamer Eintracht erst in den späten Nachtstunden aus.
Tags zuvor waren die erfahrenen Schützenbrüder gefragt. Beim "Schießen der ehemaligen Könige" zeigten nicht nur die alten Haudegen, dass sie das Schießen nicht verlernt haben. Helmut Mantel schoss die Krone, Winni Borgmann heimste mit Zepter und rechtem Flügel gleich zwei Trophäen ein. Untermüdlich musste der von Ulrich Kretzer gebaute Vogel einstecken und nach rund 90 Minuten jubelte Klaus Engelmann über seinen Finalschuss. Er trägt nun den inoffiziellen Titel "Oberkönig". Winfried Borgmann vom Schützenvorstand brachte diese im Abstand von zwei Jahren stattfindende Veranstaltung auf den Punkt: "Bei diesem Schießen ist jeder Schuss ein Volltreffer, kein Schütze gibt sich die Blöße, denn den Sieger dieses Schießens erwartet keinerlei Verpflichtung". Entsprechend entspannt feierten die ehemaligen Majestäten und gruben die eine oder andere Geschichte früherer Schützenfeste aus. Diesmal blieb es den Niedersfeldern allerdings erspart, "Oberkönig" Engelmann vom Baum herunter zu holen. Er hatte als neuer Schützenkönig vor mehr als 40 Jahren nach seinem Finalschuss zunächst das Weite, besser gesagt das "Hohe" gesucht und ließ sich später nur durch Beharrlichkeit des damaligen Vorstands davon überzeugen, wieder vom Baum herunter zu klettern.