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Schützenbruderschaft St. Hubertus


 

Hier das Ergebnis der rund zweistündigen Beratungen in der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 28. Oktober 2005:


Die außerordentliche Mitgliederversammlung beschließt, dass Schussgeld von derzeit 400 auf 1.000 Euro anzuheben. Die Finanzierung wird über eine Beitragserhöhung sichergestellt. Alle Schützenbrüder zahlen hierzu einen Mehrbeitrag von 5,- Euro. Auch die beitragsfrei gestellten Mitglieder, die 65 Jahre und älter sind, beteiligen sich an der Beitragserhöhung.

Pressebericht:


Schützen haben Problem erkannt und in die Hand genommen
Engagierte Diskussion um das Amt des Schützenkönigs


Eine außerordentliche Mitgliederversammlung hatte der Vorstand der St. Hubertus Schützenbruderschaft Niedersfeld 1888 e.V. einberufen, um über das Amt des Schützenkönigs zu diskutieren. Gut 90 Schützenbrüder folgten dieser Einladung.


In seinen einleitenden Worten begründete Brudermeister Heiner Schleimer die Anträge des Vorstandes, das Schussgeld zu erhöhen und gleichzeitig den Jahresbeitrag anzuheben. Größtes Problem des Vereins sei, so Schleimer, dass viele Dinge falsch wiedergegeben würden. Zudem habe die Allgemeinheit eine in vielen Dingen negative Einstellung zum Ehrenamt. So skizzierte der Brudermeister die Pflichten eines Königspaares und ging mit den falschen Behauptungen hinsichtlich Kosten und terminlichen Pflichten hart ins Gericht. Aus Sicht des Vorstandes sei zwar der finanzielle Aspekt nicht die Wurzel des Problems, mindere aber doch die Hemmschwelle, sich aktiv am Schießwettbewerb zu beteiligen.


Auch Major Karl-Josef Mantel gab einen kleinen Einblick hinter die Kulissen eines Schützenfestmontags. So sei es seit vielen Jahren - mit wenigen Unterbrechungen - immer wieder ein nervenaufreibendes Unterfangen, Königsanwärter zu motivieren.  Dabei, so waren sich alle ehemaligen Könige einig, sei es nicht nur eine besondere Ehre, das Königsamt wahrzunehmen. Es sei ein besonderes Ereignis des Schützenlebens und bereite viel Freude und Spaß, so die einhellige Meinung.


Präses Pater Schulte unterstrich die Ausstrahlung des Königsamtes für die ganze Dorfgemeinschaft. Dieses Königsamt habe in der Bruderschaft eine lange und gute Tradition, an der man festhalten solle. Die ungebrochene Motivation der Festteilnehmer wünsche er sich auch für den Montagmorgen unter der Vogelstange, so der der Präses.


Deutliche Kritik übte die Versammlung daran, in welcher Art und Weise über das Schützenkönigsamt gesprochen werde. Thekenparolen wie "Dorf- oder Vereinskasper" trügen wesentlich dazu bei, die Akzeptanz dieses Amtes zu mindern. Die gesellschaftliche Einstellung und Unterstützung für einen Schützenkönig müsse sich stark wandeln. Dass man sich einen König künftig nicht kaufen könne, war allen Anwesenden klar. So wurde immer wieder hinterfragt, ob die Erhöhung des Schussgeldes eine wirkliche Lösung des Problems darstelle.
Einige Wortmeldungen stellten den Ablauf des Festes in Frage. Ob am Montagabend noch ein feudales Königsessen aufgetischt werden müsse, sahen einige Schützenbrüder als sehr fraglich an. Auch die Größe des Königstisches, Hofstaats oder des Kranzwickelns wurde teils kritisch hinterfragt. Hier zeigte sich aber auch schlichtes Unwissen der Schützenbrüder. So wurde deutlich, dass viel Aufklärungsarbeit seitens des Vorstandes notwendig ist.


In der Versammlung bestand Einigkeit darüber, dass man am Image des Königsamtes gemeinsam arbeiten müsse. Es sei nur ein schwacher Trost, wenn die Niedersfelder Schützenbrüder mit einem solchen Problem nicht allein da stünden. Auch andere Schützenvereinigungen beklagen Probleme bei der Suche nach Schützenkönigen.


Anspruch und Ausmaß eines Regierungsjahres stehen seit jeher unter kritischer Beobachtung der Bruderschaft. Die Versammlung kritisierte das stetige Streben nach "dem gewissen Etwas". Oft werde der Eindruck erweckt, dass ein Königspaar seine Vorgänger übertrumpfen wolle, sei es in der Ausgestaltung von bestehenden Veranstaltungen (wie dem Kranzwickeln), in der Auswahl von Kleidern oder anderen Dingen. Einerseits müsse man die Individualität des Regierungsjahres erhalten, andererseits sei aber jeder Schützenbruder gehalten, das notwendige Maß an Zurückhaltung zu üben. Hierin eingeschlossen wurde ausdrücklich auch die beteiligten Frauen.


Nach einer etwa 70-minütigen Diskussionsrunde stellte Brudermeister Heiner Schleimer den Antrag auf Schussgelderhöhung zur Abstimmung. Mit großer Mehrheit stimmten die Anwesenden bei 7 Enthaltungen und 7 Neinstimmen für die Anhebung des Schussgeldes von jetzt 400 auf 1.000 Euro. Die Finanzierung wird durch eine Anhebung des Mitgliedsbeitrages von 5 Euro sichergestellt. Auch die bisher beitragsfrei gestellten Mitglieder ab 65 Jahre werden künftig diesen Mehrbeitrag zahlen. Die Mehreinnahmen aus der Beitragserhöhung sollen in die Rücklage für die Modernisierung der Schützenhalle fließen.


Einige Ideen aus der Versammlung werden zudem umgesetzt. So werde die Bruderschaft vor Weihnachten einen Weihnachtsbrief an alle Schützenbrüder senden. Darin soll einerseits über die tatsächlichen Pflichten eines Königspaares aufgeklärt werden, andererseits soll den Mitgliedern per Fragebogen die Möglichkeit gegeben werden, Ideen oder Kritik einzubringen. Die ehemaligen Könige werden außerdem noch vor der ordentlichen Generalversammlung Ende Januar zu einem informellen Gespräch eingeladen. Darin soll beraten werden, wie die ehemaligen Königspaare besser in das Vereinsgeschehen eingebunden werden können. Eine Frage aber blieb nach all den Beratungen doch: Werden in den kommenden Jahren die Schlangen an Königsbewerbern unter der Vogelstange in den Griff zu bekommen sein?


20. Januar 2006:

 

Ehemalige Könige reden mit

Reges Interesse beim ersten Treffen

 

40 ehemalige Könige der St. Hubertus Schützenbruderschaft Niedersfeld wurden eingeladen, mehr als die Hälfte von Ihnen kamen zum ersten Treffen der ehemaligen Könige. 9 Schützenbrüder ließen sich entschuldigen. Der Schützenvorstand zeigte sich zufrieden mit der Resonanz. Viele Ideen rund um das Schützenfest aber auch Anregungen für die Zeit außerhalb der Saison wurden angesprochen. Einige Änderungen werden bereits beim nächsten Schützenfest umgesetzt. So werden die ehemaligen Königspaare den Tanzabend am Schützenfestsamstag nach dem Zapfenstreich eröffnen. Zudem wird die Ehrenformation der ehemaligen Könige beim großen Festzug aus der Halle abgeholt, bevor sie dem Festzug beitritt.

 

In diesem Jahr soll noch vor dem Schützenfest ein gemütliches Treffen der ehemaligen Königspaare unter der Vogelstange stattfinden. Dabei sollen die Schützen erneut ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. Beim außergewöhnlichen Vogelschießen soll getestet werden, wie sich ein aus Pappelholz gefertigter Vogel unter Beschuss verhält. Eine erste gemeinsame Aufgabe haben sich die ehemaligen Könige auch gleich gestellt: Sie werden die alte Fensterfront in der Halle aufpolieren und dort die Königspaare der Bruderschaft zu präsentieren. Künftig wird Jens Mantel die Aktionen für und mit den ehemaligen Königspaaren koordinieren, einstimmig votierten die Anwesenden für Ihn als zentralen Ansprechpartner für den Ehrenkreis.

 

Die Ergebnisse der lockeren Runde werden in der kommenden Woche in der Generalversammlung der Schützenbruderschaft vorgestellt. Hier wird dann auch über einen Antrag entschieden, der bei dem Treffen formuliert wurde. Die Versammlung wird darüber entscheiden müssen, ob das Königspaar, wie bisher, am Montagabend den Speisesaal für das Königsessen blockieren darf. Aus der Sicht der ehemaligen Könige sei die bisherige Praxis, am Schützenfestmontag ein feudales Essen einzunehmen, unverhältnismäßig und nicht angebracht.

 

Neben diesem Antrag stehen in der Generalversammlung auch die Jahresberichte sowie zwei Satzungsänderungen an. Die Versammlung beginnt am kommenden Freitag um 19 Uhr mit einer heiligen Messe in der Pfarrkirche, anschließend wird die Tagesordnung in der Schützenhalle beraten. Nähere Informationen unter dorfhalle.de.


 

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