Glaube, Sitte, Heimat keine leeren Worte
Da weder Medebach noch Niedersfeld einen Gegenkandidaten hatten, war das Votum der 595 Delegierten aus den Vereinen, Bruderschaften und Gesellschaften des Altkreises Brilon reine Formsache. Im Gegensatz dazu gab es bei der Wahl des Schatzmeisters eine Kampfabstimmung. Während auf den ehemaligen Kreiskönig Daniel Hoffmann 109 Stimmen entfielen, konnte der einstige Kreisjugendsprecher Guido Meyer 67 Stimmen auf sich vereinigen.
Daniel Hoffmann tritt die Nachfolge von Arthur Wahle, ebenfalls von St. Liborius Assinghausen an, der bei der Bundesversammlung am 25. April in Anröchte für das Amt des Schatzmeisters kandidiert. Wahle versprach unter dem Beifall der Versammelten, er werde im Bundesvorstand dafür sorgen, dass der SSB wieder eine Truppe zum Anfassen werde, die auf dem Teppich bleibe. Mit ihm würden Entscheidungen nach Abwägung der Sachlage gefällt und nicht nach Gutdünken.
Da Bundesoberst Rappold aus Altersgründen ausscheide, stelle sich Karl Jansen aus dem Kreis Iserlohn ebenso zur Wahl wie Martin Tillmann (Kreis Olpe) und Addi Groten (Kreis Meschede) als seine Stellvertreter. Das teilte der stellv. Bundesoberst Karl-Heinz Benteler aus Lippstadt, der zurücktrat, in seinen Grußworten mit. Er wünschte den Briloner ein gutes Gelingen für das Bundeschützenfest im kommenden Jahr.
Die dreieinhalbstündige Versammlung wurde vom stellv. Kreisoberst Karl Höing (Alme) geleitet, der neben den zahlreichen Ehrengästen insbesondere die Kreisjugendkönigin Christin Kürmann (Altenbrilon) und Kreiskönig Hans-Bernd Dessel aus Referinghausen begrüßte. Höing verlas ein Grußwort des kurzfristig erkrankten Oberst Dieter W. Braun, der vor dem Hintergrund der Ereignisse in Winnenden dafür warb, die Jugendarbeit in den Vereinen noch mehr zu forcieren.
Auch in den anderen Grußworten wurde gefordert, sich gerade bei den Schützen für die jungen Leute zu engagieren und ihnen dort eine Bleibe zu bieten. So betonte Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler: „Gerade die Schützen haben besondere Bedeutung als tragende Säule der Gesellschaft um zwischen den Generationen eine Brücke zu schlagen.”
Der Landtagsabgeordnete Hubert Kleff berichtete von einem Antrag der CDU- und FDP-Landtagsfraktionen, der dem Schützenbrauchtum mehr Anerkennung und Unterstützung verleihen soll.
Dechant Michael Kleineidam appellierte an die Delegierten der 68 Vereine, Gesell-schaften und Bruderschaften, Glaube, Sitte, Heimat dürften nicht nur als hohle Worte auf der Fahne stehen. Man müsse auch dazu stehen und danach leben. Sein Kollege Roland Lichterfeld - zugleich auch evangelischer Kreispräses - mahnte, die Talente, die einem von Gott mit auf dem Weg gegeben worden seien, auch zu nutzen und nicht sinnlos zu verschenken.
Es müsse wieder jedem möglich sein, in seinem Dorf den Vogel abzuschießen, brachte der Hausherr, der erste Brudermeister der Niederfelder St.-Hubertus-Schützen, Heiner Schleimer, die Sorgen vieler Vereine auf den Punkt. So ein Vorhaben dürfe nicht an einem überzogenen Kostenrahmen scheitern.
Ein dickes Lob kam vom stellv. Landrat Rudolf Heinemann für das gelungene Kreisschützenfest in Hallenberg. Heinemann betonte, die Politik wisse, was man am Schützenwesen habe, denn es sei die gemeinschaftsbildende Kraft unserer Heimat.
„Unser Ziel war es, den Schützen ein begeisterndes Fest zu bieten. Das ist uns gelungen”, zog der 1. Vorsitzende der Schützengesellschaft Hallenberg, Werner Menzel, ein positives Resümee des Kreisschützenfestes. Das habe im Vordergrund gestanden und nicht der Gewinn, der sich mit gut 1000 Euro in Grenzen halte.
Für das Vereinseigentum wurden 996 155 Euro aufgewendet und 28 933 Stunden Eigenleistung absolviert. Außerdem wurden vom 30 086 Mitglieder starken Kreisschützenbund rund 32 000 Euro für gute Zwecke gespendet. Dieses Zahlenwerk nannte Geschäftsführer Norbert Clement im Rechenschaftsbericht. Ferner berichtete er über die Verleihung von 66 Orden für Verdienste, 33 für besondere und 29 Orden für hervorragende Verdienste sowie von zwölf Wappentellern und zwei EGS-Kreuzen in Silber.
Zum guten Schluss gab's noch ein Abschiedsständchen der Niedersfelder Musik für den scheidenden Karl-Heinz Benteler, dem Karl Höing für die gute Zusammenarbeit mit den Kreisschützen dankte.







