Auszeichnung verdienter Bürger/innen

Am Donnerstag, 28. September 2017 wurde im Rahmen einer Sondersitzung des Rates der Stadt Winterberg die Ehrenmedaille der Stadt Winterberg verliehen. Sieben verdiente Bürger und eine verdiente Bürgerin erhielten die Auszeichnungen durch Bürgermeister Werner Eickler. Hier die Laudatio für Hildegard Geilen und die Laudatio für Karl-Heinz Isken.

Hildegard Geilen

Hildegard Geilen ist ein echtes Hitteken. Vor 70 Jahren in Niedersfeld als Hildegard Mantel geboren, kennt sie das Dorf, die Menschen und die Feste. Und all das lag und liegt ihr sehr am Herzen, was ihre Vita beweist.

Mit Strukturen war sie vertraut, das hat sie womöglich in der Verwaltung gelernt, in der sie bis zum Eintritt in den Ruhestand gearbeitet hat. Schreibtischarbeit war somit ihr tägliches Brot, jedoch war sie ebenso praktisch veranlagt. Ihr theoretisches und praktisches Wissen und Handeln setzte sie nicht nur in Ihrem Beruf ein, sondern ließ auch das Dorfgemeinschaftsleben davon profitieren. Und dass sie mit und für Menschen arbeiten kann, bewies sie auch als Mitglied und Vorsitzende des Personalrates.

Hilla Geilen ist in vielen Bereichen des Dorflebens eine wertvolle Mitstreiterin, Ratgeberin und Unterstützerin. Das gilt sowohl für die in der Öffentlichkeit sichtbaren Tätigkeiten, wie auch für die Arbeit im Verborgenen. Ihr langjähriger Einsatz in Kirche, Gesellschaft, Politik und Dorfgemeinschaft hat uns dazu veranlasst, sie genau dafür zu ehren.

Der Theaterspielschar Niedersfeld, heute besser bekannt als die Hittenbühne, ist Hilla Geilen schon viele Jahrzehnte treu. Seit fast 40 Jahren steht sie auf den Brettern, die die Welt bedeuten. 1978, als sich der Theaterverein grade erst wieder neu gegründet hat, spielte sie erstmals als Schauspielerin mit. Sie sammelte ihre ersten Bühnenerfahrungen als junge Frau bereits in den 1960er Jahren. Immer wieder schlüpfte sie in Rollen, die ihr auf den Leib geschnitten schienen. Mit ihrem Talent brachte sie und bringt noch heute das Publikum in Wallungen, denn Hilla Geilen weiß, das letzte Quäntchen Witz und Charme aus den Rollen herauszukitzeln. Das tut sie nicht nur, wenn sie selbst als Schauspielerin ihren Text und ihre Handlung sicher herüberbringt. Seit 20 Jahren ist sie auch Regisseurin der Hittenbühne und trägt damit ein großes Stück Verantwortung für eine gelungene Theatersaison.

Diese Verantwortung fängt jeweils direkt nach der Saison an, wenn das „Winterleseteam“ sich durch die Theaterbücher arbeitet und das passende Stück für die nächste Saison aussucht. Hilla Geilen sitzt dabei natürlich mit am Tisch.

Hilla Geilen macht Theater mit Leib und Seele. Von den biblischen Stücken war sie ganz begeistert. Das mag daran liegen, dass sie einer Überzeugung nachgeht, die ihr im Leben wichtig war und bis heute wichtig ist. Ihr Engagement in der Kirchengemeinde und im caritativen Bereich nimmt ebenso einen großen Bereich im Leben von Hilla Geilen ein. Ihre christlichen Wertevorstellungen füllt sie mit Leben, besser gesagt mit Taten.

1985 war sie bereits aktiv in der kfd Niedersfeld tätig und übernahm in diesem Jahr sogar die Verantwortung als 1. Vorsitzende. Dieses Amt führte sie 6 Jahre aus und in dieser Zeit setzte sie sich erfolgreich dafür ein, regelmäßig die „Gemeinschaftsmesse der Frauen“ in der Pfarrkirche St. Agatha zu feiern. Ein Projekt, welches zu damaligen Zeiten nicht ganz einfach gewesen ist. Gleiches gilt für das Starkmachen der kfd, auch junge Mädchen als Messdienerinnen an den Altar zu führen. Mit der Zeit war auch das möglich und heute ein Bild, was nicht wegzudenken ist.

Auch nach ihrer Vorstandstätigkeit ist Hilla Geilen der kfd und der Kirchengemeinde treu geblieben. Sie ist bis heute aktiv im Liturgiekreis und setzt damit ihr einstiges Engagement der Gemeinschaftsmesse der Frauen fort. Als Lektorin stellt sie am Kirchenambo regelmäßig das unter Beweis, was sie als Regisseurin in der Dorfhalle immer von allen Laienspielern einfordert: „DEUT-LICH SPRECHE-N, DAMIT-T JEDER ETWAS VER-STE-HEN KANN.“

Geselligkeit ist Hilla Geilen wichtig. Das beweist sie nicht nur besonders bei der Hittenbühne, sondern das verkörpert sie auch bei der Schützenbruderschaft. Im Jahr 1977 machte sie ihr Ehemann Bruno – seit 1999 selbst Träger der Ehrenmedaille der Stadt Winterberg – zur Königin in Niedersfeld. Folglich reiht sich den runden Geburtstag im Jahr 2017 (70) auch das Jubiläum als Schützenkönigspaar ein. Und als wäre das nicht genug, feierten Bruno und Hildegard Geilen im August ihre Goldene Hochzeit.

Herzlichen Glückwunsch! Glückwunsch! Glückwunsch!

Es ist der Vollständigkeit noch anzufügen, dass das Jubelkönigspaar es sich nicht hat nehmen lassen, das Schießen der ehemaligen Könige an der Vogelstange im Stein kurz vor Pfingsten als „Oberkönigspaar“ abzuschließen. „Ein Titel mit viel Ehre, aber ohne Verpflichtungen“, so haben es die Niedersfelder Schützen auf ihrer Internetseite geschrieben. Ein Titel aber, der viel Freude und Spaß bereitet, das zeigen die Fotos der geselligen Runde.

Manche meinen, dass man mit 70 kürzer treten müsste. Hildegard Geilen gehört zum Glück zu denen, die immer noch das tut, was sie leisten kann. Und das ist so viel, dass ich manch einer eine Scheibe davon abschneiden könnte und sich womöglich an einem Stück davon verschlucken würde. Mit ihrem Ehemann Bruno und Ihren beiden Töchtern Heike und Elke sowie deren Familien ist Familie Geilen fester Bestandteil in der Rosengasse und ab heute die stolze Familie mit zwei Trägern der Ehrenmedaille der Stadt Winterberg.

Danke an Hildegard Geilen

 

Karl - Heinz Isken

Karl-Heinz Isken jun. ist als Leiter der Versandabteilung bei der Schuhl & Co. GmbH in Niedersfeld mit seinem Heimatort beruflich eng verbunden. Und anlassbezogen ahnt man es, dass es darüber hinaus weitere enge Verbindungen zu Niedersfeld gibt.

Kalli Isken ist seit 53 Jahren eine echte Hitte. In Niedersfeld geboren, in Niedersfeld aufgewachsen, zur Schule gegangen, Fußball gespielt, Messdiener gewesen und viele Spökskes, Dummheiten und geniale Projekte mitgemacht. Das würde sich so lesen, wie es viele Männer heutiger Tage auf ihre eigene Person beziehen könnten. Allerdings geht es heute weit darüber hinaus.

Schon 1986 zog Kalli Isken als junger Heranwachsender, wohl animiert durch seinen Vater Karl-Heinz Isken, der seinerzeit Brudermeister der St. Hubertus Schützenbruderschaft Niedersfeld war und heute Ehrenbrudermeister ist (Träger der Ehrenmedaille der Stadt Winterberg 1997), die grüne Vorstandsuniform an und trat damit dem Offizierscorps der Bruderschaft bei. Damit begann eine beispielhafte Schützenkarriere, die unter anderem im Jahr 2008 in der Verleihung des Ordens für hervorragende Verdienste des Sauerländer Schützenbundes gipfelte.

Höher, so könnte man meinen, geht es nicht. Allerdings schoss er im Jahr 2000 nicht nur als erster König des neuen Jahrtausends den Vogel ab, sondern war mit 937 Schuss der wohl „fleißigste“ König der Vereinsgeschichte.

30 Jahre lang trug Kalli Isken mit der grünen Uniform Verantwortung für das Schützen- und damit auch das Dorfwesen, denn in diesen 30 Jahren wurden die Schützen in Niedersfeld zum Beispiel „um eine Dorfhalle“ reicher und das Offizierscorps um viele Aufgaben größer.

Die Dorfhalle war, wir hörten es bereits bei der Laudatio für Hildegard Geilen, immer schon die Heimat der Hittenbühne. Und auch hier kann Kalli Isken viele Auftritte für sich verbuchen. Er war dort auf der Bühne ebenso aktiv, wie hinter den Kulissen und steht auch heute noch zur Stelle, wenn die Hittenbühne ruft.

Dass auf ihn Verlass ist, das stellt Kalli Isken immer wieder unter Beweis. Zum Beispiel auch als guter Nachbar des Dorfgemeinschaftshauses. Dort kümmert er sich ehrenamtlich um die kleinen, alltäglichen und ansonsten schnell vergessenen Dinge. Sein Zupacken hilft der Dorfgemeinschaft, ihr „Josefshaus“ in einem guten Zustand zu halten und es den Bürgerinnen und Bürgern in einem optimalen Zustand zur Verfügung zu stellen.

Laienspieler, Hausmeister, Offizier, König… Da war doch noch was…

Die Internetseite der Blasmusik Niedersfeld verrät uns: „Es begann mit der Idee und dem Mut, diese Idee in die Tat umzusetzen.“ Als Verbindungsoffizier zu den Musiken hatte Kalli Isken schon in seiner aktiven Schützenzeit immer ein enges Verhältnis zur Musik. Und so ist es kaum verwunderlich, dass er Feuer und Flamme war, als die Schützenbruderschaft 1999 ihre Satzung dahingehend änderte, die „Pflege der Volksmusik“ als eigenständige Aufgabe in den Vereinszweck aufzunehmen und damit den Weg für ein erneutes musikalisches Engagement in Niedersfeld (nach einer langen und erfolgreichen Zeit des Spielmannszuges, dem natürlich auch Kalli Isken angehörte) zu ebnen.

Er war von dieser Idee so überzeugt, dass er mit einem kleinen Team zur Gründungsversammlung der Blasmusik Niedersfeld am 3. Juni 1999 einlud. Der gut organisierte Infoabend für alle Interessierten (ob jung, ob älter) überzeugte 21 Musiker sich selbst und dem Orchester eine Chance zu geben. Die vielfältige Unterstützung durch die Schützenbruderschaft St. Hubertus machte den Anfang erst möglich. Mit dem Beginn des Einzelunterrichts im Frühjahr 2000 wurde der erste Schritt hin zur ersten Gesamtprobe im September 2000 getan.

Mit Beharrlichkeit forderte Kalli Isken, von Anfang an Vorsitzender des neuen Vereins, eine breite Unterstützung im Dorf und darüber hinaus. Und die sollte er in Form von aktiven und passiven Mitgliedern, Förderern und Musikfreunden immer wieder erhalten.

Der erste Auftritt der Blasmusik Niedersfeld im Dezember 2000 auf dem Weihnachtsmarkt in der Dorfhalle überraschte Orchestermitglieder und Zuhörer gleichermaßen. In unglaublich kurzer Zeit war ein Orchester entstanden, dass sich hören lassen konnte. Die Gründung der Blasmusik Niedersfeld, die bis dato unter dem Vereinsmantel der Schützenbruderschaft geführt wurde, zum e.V. im August 2001 war folgerichtig.

Die Höhen und Tiefen – unmusikalisch gemeint – die so ein junger Verein durchzumachen hat, sind allesamt mit und durch Kalli Isken begleitet worden. Er steht seit nunmehr 18 Jahren mit einem erfolgreichen Team an der Spitze der Blasmusik Niedersfeld, die sich im Jahr 2014 erstmals als Festmusik zum Schützenfest gemausert hatte.

18 Jahre – in dieser Zeit werden Kinder zu Erwachsenen. Und das steht auch symbolisch für die Arbeit der Blasmusik und für das Engagement für Kalli Isken. Denn über 50 Aktive mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren sollen gemeinsam unter einem Dirigentenstab musizieren. Das kostet Kraft, Überzeugungsarbeit, Nerven und verlangt Durchhaltevermögen.

Die Jugendarbeit in der Blasmusik Niedersfeld funktioniert. Sie hat schon viele Kinder zu Musikern gemacht. Der Zusammenhalt wird gestärkt durch musikalische und außermusikalische Veranstaltungen. Wie man durch Fleiß zu Anerkennung kommt, lernen die Kinder auch durch die Blasmusik und so wuchs und wächst das Orchester in den letzten 18 Jahren von einer Idee zu einem notenfesten und nachgefragten Musikus.

Die Mitgestaltung von Konzerten, Kinderschützenfesten, Schützenfesten, Prozessionen, heiligen Messen, Gedenktagen, Weihnachtsmärkten, Seniorennachmittagen und Adventsständchen füllen das Jahr und begeistern die Zuhörer. Es ist immer wieder beachtlich und erhebend, das große Orchester der Blasmusik Niedersfeld in ganzer Pracht und zu sehen und zu hören. Kein Wunder, dass die Jahreskonzerte immer ausverkauft sind.

Ein Mann alleine kann kein Konzert spielen. Aber einem Mann ist es besonders zu verdanken, dass heute über 50 Männer und Frauen, Jungen und Mädchen mit Freude, aber manchmal auch mit Strenge, zur Musik geführt wurden und sich als Blasmusik Niedersfeld einen Namen gemacht haben.

Danke an Kalli Isken!

 

Bisher wurden folgende Bürgerinnen und bürger aus Niedersfeld ausgezeichnet:

  1. Katharina Trippen (1991)
  2. Karl Harbecke (1992)
  3. Adolf Borgmann (1995)
  4. Karl-Heinz Isken, sen (1997)
  5. Erich Schmidt (1997)
  6. Bruno Geilen (1999)
  7. Hans-Richard Kick (1999)
  8. Josef Singelnstein (1999)
  9. Theo Menke (2001)
  10. Reinhold Kräling (2003)
  11. Klaus Horstmann (2005)
  12. Rudolf Kretzer (2008)
  13. Monsignore Dr. Wilhelm Kuhne (2008)
  14. Marianne Mantel (2014)
  15. Hildegard Geilen (2017)
  16. Karl-Heinz Isken, jun. (2017)

Dorfgemeinschaft Niedersfeld e.V.   •   Josefsweg 1   •   59955 Winterberg  

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